Ein starker Kommentar von Urs Buess in der heutigen Basler Zeitung zum Thema anonymes Bloggen. (Text leider nicht Online)

Urs Buess nimmt in seinem Kommentar Bezug auf das Weblog Arlesheim Reloaded , und auf die von diesem Weblog losgetretene Debatte um Tagesschulen in der Gemeinde Arlesheim.

Simplifiziert Zusammengefasst: Anonyme Blogger sind keine Feiglinge oder subversive Elemente, sondern ganz normale Menschen, die sich ungerne in den Vordergrund stellen - und trotzdem hoffen mit ihrer Meinung auf Resonanz zu stossen.

Mann kann Urs Buess nur zustimmen: Nichts spricht gegen anonyme Weblogs! - Solange anonyme Weblogs nicht dazu missbraucht werden, rassistische oder persönliche Beleidigungen zu verbreiten.

Eine Praxis, die übrigens in früheren Zeiten durchaus auch in Zeitungen gang und gäbe war: Das Schreiben unter Pseudonymen. Kurt Tucholsky schrieb gleich unter mehreren davon: Theobald Tiger, Ignaz Wrobel, Peter Panter und Kaspar Hauser.

Fragen wir doch einfach Wikipedia zum Stichwort Pseudonym: "Für die Wahl eines Pseudonyms gibt es zahlreiche Gründe: Die Furcht vor Verfolgung oder Skandalen spielt ebenso eine Rolle wie der Wunsch nach Individualität und Originalität. Nicht zuletzt ist es manchmal auch einfach der Spaß am Verwirrspiel, der Menschen zu Pseudonymen greifen lässt".

Mag sein, dass nichts von alledem auf die Arlesheimer "Inkognito-Blogger" zutrifft. Vielleicht haben sie weniger Angst vor öffentlicher Lynchjustiz, sondern halten sich vielmehr an Erich Kästner, der da schrieb:

Merk dir du Schaf,
weil es immer gilt:
Der Photograph
ist nie auf dem Bild