Die Sucht, sich im Internet zu verewigen, hat endlich einen Namen - Exscribitionismus:

"Oh, mein Blog!" rufen in der polnischen Wochenzeitung Mariusz Czubaj und Miroslaw Filiciak. "In einem Land, in dem 40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung nichts liest, werden über zwei Millionen Online-Tagebücher, sogenannte Blogs, geführt." Warum? "Ein Blog zeugt von der Existenz einer Person. Kulturforscher vergleichen die Blog-Manie mit der Porträtmanie des späten Mittelalters, als Kaufleute das Bedürfnis nach Individualität und Außergewöhnlichkeit stillen wollten. Dieses Um-jeden-Preis-etwas-sagen-wollen hat schon einen eigenen Namen bekommen: Exscribitionismus." Was es in Polen allerdings nicht gebe, seien seriöse, politisch engagierte Blogs. "Nach diesem Maßstab gemessen, stecken wir noch in der Phase des egozentrischen, exhibitionistischen Online-Tagebuchs - das sagt viel über unsere Gesellschaft aus."


Mich nähme wunder, was polnische Polit-Blogger dazu zu sagen haben?

(Aus der Welt via Schockwellenreiter)