Das EU-Parlament hat am Mittwoch mit einer Mehrheit von 378 zu 197 Stimmen für die verpflichtende Speicherung von Internet- und Telefondaten gestimmt. Die Verbindungsdaten müssen europaweit künftig sechs bis 24 Monate lang gespeichert werden. [futurezone]

Wollen wir mal ein bisschen in der Bloggerszene rumhorchen:

Rabenhorst befürchtet, dies ist erst der Anfang:
"Die totale Überwachung ist es noch nicht, wie ich in einigen Weblogs las, denn dazu gehört auch die generelle Vorratsspeicherung des Inhalts und die Daten aller noch nicht erfassten Dienste und Anwendungen im Internet, aber zum einen kann das ja noch kommen und die Direktive hat einen Erweiterungsspielraum integriert, so dass ich vielleicht in ein paar Jahren dazu schreiben muss, wenn ich noch darf und zum anderen ist die Vorratsspeicherung all dieser Schlüssel zu den damit zu verknüpfenden Inhalten der Anfang der totalen Überwachung."
Die Stimme der freien Welt verweist auf den Heise-Newsticker "Privatsphäre wird zum Luxusgut." und ergänzt lakonisch:
"Mehr ist dem kaum hinzuzufügen. Außer vielleicht der kurzen Information: Mails verschlüsseln mit GnuPG ist viel einfacher als man denkt. Heute ist ein guter Tag, um damit anzufangen."
Netzpolitik.org listet die wichtigsten Punkte des neuen Gesetzes auf und meint zudem:
"Wer sich dafür interessiert, welcher Abgeordnete für welche Änderungsanträge gestimmt hat, wird hier fündig. Kleiner Tip: Die Farbe “Grün” sind die “Guten”. Die Farbe “Rot” steht für alle, die der “Kompromisslinie” zugestimmt haben."

Bootsektor schlägt eine Wette vor:
"Wetten, dass der Missbrauch dieser Daten um Längen höher als dieses Promille ausfallen wird? Und dass die Speicherung kaum einen echten Terroristen zur Strecke bringen dürfte? Schließlich speicherten die US-Geheimdienste lange vor dem 11. September Telefonate und E-Mails. Heute dürfen amerikanische Fahnder noch viel mehr. Und? Hat der Terrorismus etwa aufgehört?"

Pressestimmen:
Süddeutsche: Das große Speichern
SpOn: EU-Parlament billigt Speicherung