Fukuyama strikes back !

Politikwissenschaftler Francis Fukuyama im Interview mit NPQ über den Irak, die USA und wieso das Ende der Geschichte (auf ein paar kleinen Umwegen) vielleicht doch noch kommt:

"Threre are no short cuts to the end of history."

[Google-Catchword: No short cuts to the end of history]

Hörbefehl: Zygmunt Baumann!

Zygmunt Baumann
author of "Liquid Modernity", on the effect of this new sensibility on business, politics, and personal life.

(via Marshallaudio)

[Google-Catchword: Flüchtige Moderne]

Aus dem Blog-Labor

Weblogs sind eben mehr als "nur Online-Tagebücher", "nur quasi-Journalismus", "nur PR-Instrument"


Zitat aus den Zwischenergebnissen der Blogger-Studie ("wie ich blogge") der beiden Blogologen Jan Schmidt (bamblog) und Martin Wilbers (Zwischenzeit)

Giorgio Agamben Superstar! Zurecht...

So, jetzt hab ich es getan: Ich habe mir ein Büchlein ("Ausnahmezustand", Suhrkamp) von Giorgio Agamben gekauft...und muss sogleich der Weltwoche ("Jede Epoche hat schliesslich die Modephilosophie, die sie verdient. Die unsere scheint wieder dürftig zu werden.") diametral wiedersprechen.

Daniel Binswangers Urteil über Giorgio Agambens Bücher scheint mir äusserst klischeehaft und vor allem: falsch.

Als "Apetizer" hier ein kleiner Ausschnitt aus Agambens juristisch-historischen Abhandlungen über den "Ausnahmezustand":

"Am 3. August 1914 erteilte die Schweizer Bundesversammlung dem Bundesrat "unbeschränkte Vollmacht zur Vornahme aller Massnahmen, die für die Behauptung der Sicherheit, Integrität und Neutralität der Schweiz [...] erforderlich werden." Dieser ungewöhnliche Akt, durch den ein nicht kriegführender Staat der Exekutive noch weitergehende und noch unbestimmtere Vollmachten übertrug, als sie die Regierung der direkt in den Krieg verwickelten Länder erhalten hatten, ist interessant wegen der Diskussionen, die er auslöste, sowohl in der Bundesversammlung selbst als auch rund um die Einwände, das Gesetz sei verfassungswidrig, gelten gemacht von Bürgern vor dem Schweizer Bundesgerichtshof.

Die Hartnäckigkeit, mit der Schweizer Juristen - etwa dreissig Jahre früher als die Theoretiker der Verfassungsdikatur - bei dieser Gelegenheit versucht haben, die Legitimität des Ausnahmezustandes (wie Waldkirch und Burckhardt) aus dem Text der Verfassung selbst zu deduzieren (aus Artikel 2, wo es heisst: "Die Schweizerische Eidgenossenschaft schützt die Freiheit und die Rechte des Volkes und wahrt die Unabhängigkeit und die Sicherheit des Landes"), sie (wie Hoerni und Fleiner) in einem Notrecht gründen zu lassen, das "der Existenz des Staates inhärent ist", oder (wie His) in einer Lücke im Recht, die durch Sondervorkehrungen geschlossen werden muss -: diese Hartnäckigkeit zeigt, dass die Theorie des Ausnahmezustandes keinesfalls nur in der antidemokratischen Tradition zuhause ist."
Eine spanndene und lehrreiche Lektüre, die ich jedem schärftstens empfehlen kann. Der Grund wieso Agambens Bücher bisher im deutschsprachigen Raum kaum Beachtung fand, dürfte allein darin zu suchen sein, dass seine Werke erst seit kurzem ins Deutsche übersetzt werden. Prädikat: Pflicht-Lektüre.

Frau Chabaan, lesen Sie mal das...

...bevor Sie wieder eine, mit Verlaub, Dünpfiff-Initiative starten.

"Auf Grund von methodischen Unsicherheiten, aber auch angesichts der Tatsache, dass die Prognoseentscheidung selbst bei Anwendung von Kriterienkatalogen sehr weitgehend von der Erfahrung und Intuition der Gutachter abhängt, muss davon ausgegangen werden, dass an der prognostischen Beurteilungsgrenze zwischen „gefährlich“ und „extrem gefährlich“ – und damit zwischen „normaler“ und lebenslanger Verwahrung – ein Stück weit der Zufall regiert. Dies ist unter dem Gesichtspunkt der Gerechtigkeit – in Anlehnung an Gustav Radbruch im Sinne von Gerechtigkeit als Gleichheit/Gleichbehandlung und Gerechtigkeit als Rechtssicherheit – ethisch nicht vertretbar."

Zitat aus: Massnahme ohne Mass, die lebenslange Verwahrung aus ethischer Perspektive, von Dr. Thomas Hasler.

Artikel den ich grad nicht Zeit zum lesen hab...

...darum ich ihn hier ablegen tu:
What is genocide? by Stan Cohen

"An extraordinarily large part of modern legal, human rights and academic discourse is devoted to finding the ‘right’ definition of genocide."

Blogologen erklären die Weblogologie...

Eine ganze Menge Lesefutter von Soziologen und Kommunikationsforschern über Weblogs, in Kommunikation@Gesellschaft. (...und das Weblog dazu).

Jan Schmidt (Bamberg); Klaus Schönberger (Hamburg & Wien), Christian Stegbauer (Frankfurt a.M.): Erkundungen von Weblog-Nutzungen. Anmerkungen zum Stand der Forschung.

Christopher Coenen (Berlin): Weblogs als Mittel der Kommunikation zwischen Politik und Bürgern – Neue Chancen für E-Demokratie?

3. Julia Franz(»Diskursive Formationen«): Praktiken des Bloggens im Spannungsfeld von Demokratie und Kontrolle.

4. Rasco Perschke und Maren Lübcke (Hamburg-Harburg): Zukunft Weblog?! – Lesen, Schreiben und die Materialität der Kommunikation. Anmerkungen zu einem neuen Typus der Online-Kommunikation aus kommunikationstheoretischer Sicht.

5. Ingrid Francisca Reichmayr (Wien): Weblogs von Jugendlichen als Bühnen des Identitätsmanagements. Eine explorative Untersuchung.

6. Forschungsnotiz Steffen Albrecht, Maren Lübcke, Rasco Perschke und Marco Schmitt (Hamburg): »Hier entsteht eine neue Internetpräsenz« – Weblogs im Bundestagswahlkampf 2005.

Kommunikationsforscher und Soziologen tönt ein bisschen verstaubt. Ich schlage vor von Blogologen und Weblogologie zu sprechen. Ein Soziologe der Blogologie betreibt, wäre demnach ein Sozi-Blogologe, ein Kommunikationsforscher entsprechend ein Kommunikations- oder kürzer ein Publi-Blogologe. Schreien SIE jetzt nicht gleich: "Polissilop muss zum Psycho-Blogologen!"

Das Wort zum Donnerstag



Einmal akademisch: Doing Theology without God?

Einmal boulevardesk: Atheisten verklagen US-Regierung

Carla del Ponte im Kreuzfeuer der Kritik

Schafes Geschütz gegen den internationalen Strafgerichtshof, Carla del Ponte und die Rolle des ICTY (Criminal court prosecuting violations of humanitarian law in the former Yugoslavia):

The Political Economy of Sham Justice: Carla Del Ponte Addresses Goldman Sachs on Justice and Profits

Der amerikanische Professor Edward S. Herman zieht darin folgenden Schluss:
"In sum, the ICTY was created by the NATO powers, not to bring either peace or justice to Yugoslavia, but to serve the U.S. and NATO aims there, which called for the dismantlement of Yugoslavia, the crushing of Serbia, and the conversion of the new mini-states of the ex-Yugoslavia into NATO-power dependencies. As the Serbs were the main obstacle to this program, they had to be demonized, their leaders driven from office and incarcerated, and their people humiliated and punished. This called for an ICTY focus on selective "justice" that helped provide the justification for undermining peace settlements and making war. The ICTY has performed this service effectively, with the help of the gullible Western media and intellectual class."

Siehe auch den auf Z-Net erschienenen Artikel von Edward S. Herman:

Die Politik des Srebrenica-Massakers

Komplizierte Schreibe

Wie wirkt man intelligent? Gemäss Journal of Applied Cognitive Psychology: Indem man verständlich schreibt, möglichst kurze Worte gebraucht und keine Fachausdrücke verwendet. Auch die Schriftart soll dabei eine nicht unwesentliche Rolle spielen:

The secret of impressive writing? Keep it plain and simple


Ein Negativ-Beispiel:

Fehler
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